Das Treffen, bei dem niemand fragt – und doch alle verstehen

Am Wochenende war ich das erste Mal bei einem Kontaktgruppentreffen der AMSEL e.V., Aktion Multiple Sklerose Erkrankter.
Ehrlich gesagt war es für mich ein kleiner Moment der Überwindung – so ähnlich wie damals, als ich das erste Mal in eine Reha ging. Denn solche Schritte bedeuten immer auch, sich mit der eigenen Erkrankung ein Stück weit auseinander zu setzen und auch unschöne Wahrheiten darüber zu erfahren.
Und trotzdem: Es war richtig gut!
Einfach Menschen zu treffen, die sofort wissen, wovon man spricht. Bei denen man nichts erklären muss. Bei denen die Begegnung auf Anhieb leichter wird, weil irgendwie alle – vielleicht nicht im selben, aber im gleichen Boot sitzen. Als hätte jemand die Hintergrundmusik in meinem Kopf verstanden – ohne dass ich sie auch nur einmal vorspielen musste. Und dabei haben wir so gut wie gar nicht über die Krankheit gesprochen!
Warum hat das Wort „Selbsthilfegruppe“ häufig so einen negativen Anklang? Irgendwie habe ich dabei immer ein Bild (wahrscheinlich aus Filmen) im Kopf, bei dem man im Stuhlkreis beieinandersitzt und sich gegenseitig seine „Geschichte“ erzählt (wie auf dem Bild)… Danke an alle Teilnehmenden, dass dieses Klischee so gar nicht erfüllt wurde! Danke, dass MS mal eine herrlich unbedeutende Nebenrolle gespielt hat… in einem Setting, bei dem ich ihr eigentlich die Hauptrolle zugeschrieben hätte.
Danke an Andreas Mielke für die tolle Organisation und an die AMSEL für die Möglichkeit, genau solche Begegnungen zu schaffen!


