
… und dabei betrifft er uns alle!
Ableismus leitet sich ab von dem englischen Wort (to) be able also „fähig“ oder „leistungsfähig“ sein.
Ableismus beschreibt die Diskriminierung und Abwertung von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen – meist nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit, Gewohnheit oder gesellschaftlichen Strukturen heraus.
Er zeigt sich nicht nur in fehlenden Rampen oder unzugänglichen Websites.
Er zeigt sich auch in Sätzen wie:
„Man sieht dir deine Erkrankung gar nicht an.“
„Du bist ja so inspirierend!“
Ist ja alles nur gut gemeint?
Ableismus bedeutet, Menschen an einem vermeintlichen „Normalzustand“ zu messen – statt Vielfalt als Realität anzuerkennen.
Was wir stattdessen brauchen, ist:
👉 Sensibilität in der Sprache
Achte auf deine Worte.
Vermeide Formulierungen, die abwerten oder bemitleiden. Sätze wie „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „an einer Behinderung leiden“ wirken oft erniedrigend. Behinderung ist kein Schicksal, sondern ein Teil des Lebens. Wenn du statt „leidend“ zum Beispiel „lebe mit“ sagst, signalisiert das Respekt auf Augenhöhe.
Aber auch aufwertende Sätze wie „So toll, dass du trotz deiner Behinderung einer Arbeit nachgehst!“ sind problematisch. Solche Worte klingen wie ein Kompliment, suggerieren aber, dass von dieser Person etwas Außergewöhnliches erwartet wird.
👉 Barrierefreiheit in Strukturen
Setze dich ein für eine barrierefreie Umgebung. Oft helfen schon kleine Änderungen einem großen Teil der Menschen weiter. Indem du etwa nachfragst: „Braucht jemand Hilfe oder ist alles gut organisiert?“, hilfst du, Räume wirklich inklusiv zu machen.
👉 Zuhören und einbeziehen
Frage nach statt anzunehmen. Gib Raum für Antworten. Jeder Mensch kennt selbst seine Grenzen und Fähigkeiten am besten. Wer Fragen stellt, statt zu vermuten, zeigt echtes Interesse und Wertschätzung.
👉 Begegnungen auf Augenhöhe: Sie reduzieren Berührungsängste und helfen separierende Strukturen nach und nach aufzulösen.
Ableismus zu überwinden heißt, anderen den Respekt zu schenken, den wir uns selbst wünschen. Wenn wir uns dafür einsetzen, werden wir erkennen:
Jemand mit Behinderung hat genau wie alle anderen Träume, Talente und Gefühle. Zeigen wir gemeinsam, dass Respekt keine Frage der Fähigkeiten ist, sondern eine Frage des Herzens.
Denn Vielfalt ist kein Sonderfall.
Sie ist der Normalfall.
Wenn du mehr zum Thema Ableismus erfahren willst, sei am 19.02.26 bei der Online-Veranstaltung „Ableismus – wenn Ausgrenzung ganz normal wirkt.“ dabei. Das Feierabendformat geht von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr.
An Zoom-Meeting teilnehmen:
https://lnkd.in/dH9824hF
Meeting-ID: 661 6826 3207
Kenncode: 485311
Annegret Hiekisch, Antonia Schneider und ich freuen uns auf euch!
Quellen:
https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion/ableismus









Gestern ist ein Beitrag über mich in der Zeitung erschienen. Auf den ersten Blick geht es um mein Leben mit Multiple Sklerose, meinen Weg vom Fußballplatz zur Beraterin für inklusive Unternehmenskultur bzw. Coaching und darüber, wie kleine Dinge plötzlich bedeutsamer werden.
Aber eigentlich geht es um etwas viel Größeres.
Es geht um all jene Menschen, die irgendwann aus der Bahn geworfen wurden.
Die gelernt haben, mit Unsicherheiten zu leben.
Die jeden Tag Wege finden, weiterzumachen, obwohl plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist.
Meine Geschichte ist nur eine davon.
Ja, ich habe seit meinem 14. Lebensjahr MS. Ja, sie hat mich verändert, gebremst, herausgefordert – aber sie hat mich auch gelehrt, meine Kraft neu zu definieren. Nicht über Leistung, Geschwindigkeit oder Perfektion. Sondern über Mut. Über Perspektivwechsel. Über das bewusste Gestalten eines Lebens, das zu mir passt.
Und genau das möchte ich heute weitergeben:
Dass Veränderung nicht das Ende ist.
Dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist.
Dass wir so viel mehr sind als das, was uns passiert.
Ich teile den Artikel nicht, weil es „meine“ Geschichte ist – sondern weil ich glaube, dass viele sich darin wiederfinden. Menschen mit chronischen Erkrankungen. Menschen mit Einschränkungen. Menschen, die kämpfen, wachsen und sich neu erfinden.
Wenn dieser Text Mut macht, Hoffnung gibt oder einfach das Gefühl: Ich bin nicht allein – dann erfüllt er seinen Zweck.
Ein Hoch auf alle, die jeden Tag aufs Neue leise, sichtbar oder unsichtbar zu Lebenskünstlern werden.